Kampf gegen antibiotikaresistente Keime

Weniger neue Antibiotika

Gemäss den aktuellsten Zahlen die diese Woche am WEF in Davos präsentiert wurden, ist die Zahl der neu entwickelten Antibiotika seit dem Jahr 2000 gesunken. Um diesem Trend entgegen zu wirken gibt es einen neuen Index, welcher die Massnahmen der Pharmaunternehmen zur Vermeidung der Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen misst (AMR Benchmark). 2018 wurden so 30 Unternehmen unter die Lupe genommen.

(Quelle: Access To Medicine Foundation)

In Europa sterben jedes Jahr um die 25’000 Menschen an solchen Keimen. Weltweit sollen es gar 700’000 Tote pro Jahr sein. Die Pharmaunternehmen selbst haben aktuell aber wenig Anreiz neue Antibiotika zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Die Entwicklung ist kostspielig und die Hürden für die Bewilligung der Medikamente für den Einsatz an Menschen sind schlicht zu gross.

Die Entwicklung neuer Antibiotika ist ein teures Geschäft. Eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums bezifferte die Gesamtkosten – von der Idee bis zur Markteinführung auf rund 700 bis 1100 Millionen Euro. Und das angesichts eines „begrenzten Marktanreizes“, wie Georg Schütte vom BMBF ausführt. (Quelle: Deutschlandfunk.de)

Resistenzen durch falsche Anwendung

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO wird nur jedes fünfte Medikament gegen Infektionskrankheiten, welches klinisch getestet wird, dann auch wirklich bewilligt. So wächst die Zahl der Antibiotika welche die Wirkung verlieren schneller an, als die Zahl der neuen Antibiotika auf dem Markt. Umso wichtiger ist es, dass die Patienten sensibilisiert werden, die Medikamente in der richtigen Dosis über die gesamte vom Arzt verschriebene Dauer einzunehmen. Ärzte sollen indes nur noch dann Antibiotika verschreiben, wenn deren Einsatz als wirklich notwendig erachtet wird. Die Realität sieht leider anders aus: Oft werden sogenannte Breitband-Antibiotika verschrieben, welche gegen verschiedenste Erreger eine Wirkung zeigen. Bei diesem grossflächigen Einsatz steigt aber die Wahrscheinlichkeit der Resistenzbildung dieser Krankheitserreger massiv an.

 

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